


Europäische Musen
treffen sich in Tannenfeld und
Posterstein
Mehr als 150 internationale Gäste kamen zur Eröffnung
der Sonderausstellung am 3. Juli 2011 ins Museum Burg Posterstein
Von Marlene Hofmann
Die Sonderausstellung zum 250. Geburtstag der Herzogin Anna
Dorothea von Kurland hauchte dem „Löbichauer Musenhof“
neues Leben ein. Am historischen Ort im Schlosspark in
Tannenfeld kamen anlässlich des Geburtstags der Herzogin
Freunde des Musenhofs Löbichau und seiner verdienten
Initiatorin zusammen.
Um 1800 betrieb die
weit gereiste und weltoffene Dame aus dem europäischen
Hochadel hier einen „Musenhof“, wo sie Dichter, Politiker,
Musiker und Adelige aus ganz Europa zum kulturellen und
politischen Austausch versammelte.

Ein Picknick im Park
bilde den Auftakt für eine Begegnung von über 70 geladenen
Gästen - allesamt internationale Forscher,
Geschichtsinteressierte, Historiker und Nachfahren der
Herzogin von Kurland. Vertreter des staatlichen lettischen
Museums aus Rundale reisten direkt aus Kurland, dem
Geburtsland der Herzogin, an.
Auch aus Finnland vom
Schloss Wiurila, auf dem eine Tochter von Wilhelmine von
Sagan, der ältesten kurländischen Prinzessin, aufwuchs,
und aus der Stadt Sagan in Polen, wo der Herzog von
Kurland und seine Nachfahren ebenfalls Schlösser besaßen,
kamen Gäste.
Die Freunde des
französischen Außenministers Talleyrand, der gemeinsam mit
Dorothea von Kurland und ihrer jüngsten Tochter Dorothée
von Dino-Talleyrand den Wiener Kongress besuchte, reisten
zahlreich aus Paris an. Sie alle waren dem Aufruf des
Museumsvereins der Burg Posterstein gefolgt, um im Rahmen
einer öffentlichen Konferenz voneinander zu lernen, neue
Anregungen zu sammeln und – ganz im Sinne Anna Dorothea
von Kurlands – zu diskutieren, Musik zu hören und
Theaterszenen aufzuführen.

Die Sonderausstellung
zu Ehren der Herzogin versammelt so viele originale
Portraits der Herzogin wie noch nie zuvor an einem Ort.
Bedeutende Künstler wie Angelika Kauffmann, Johann
Heinrich Wilhelm Tischbein, Anton Graff und Joseph Grassi
hatten die Herzogin vor mehr als 200 Jahren ins rechte
Licht gerückt.
Wie die Gäste, so kamen
auch die privaten und öffentlichen Leihgaben aus
verschiedenen Ländern Europas. Imants Lancmanis, Direktor
des Schlossmuseums in Rundale, zeigte sich sicher: „Das
ist einmalig! Nie wieder wird es gelingen, eine solche
Schau zusammenzustellen.“ Die Ausstellung, die Heike
Taubert, Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und
Gesundheit, und Landrat Sieghardt Rydzewski feierlich
eröffneten, kamen dann auch mehr als 150 Gäste.

Fotos: P. Nienhold
Die Bürgerstiftung
Altenburger Land überreichte Museumsdirektor Klaus Hofmann
einen Scheck über 20.000 Euro zur Realisierung zukünftiger
Museumsprojekte und die Journalistin Ursula Bode, unter
anderem bekannt aus der Sendung „Bilderstreit“ auf 3sat,
eröffnete die Ausstellung mit einer Rede über die
Geschichte Anna Dorotheas von Kurland.
Die Ausstellung war bis
3. Oktober 2011 auf Burg Posterstein zu sehen.