Rittergüter im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Altenburg (Ostkreis)

 

     

Sonderausstellung
29. August – 31. Januar 2011
 „Das alte Schloss sehn wir noch heut...“

Aus der Geschichte der Rittergüter

im Altenburger Land (II)

 

Die zweibändige Dokumentation ist im Museum erhältlich.

   

Kataloge

 

interaktive Karte

Rittergüter im Altenburger Land

Die Karte bietet kurze Texte und lässt sich als Satellitenbild anzeigen. In dieser Ansicht kann man auch einzelne Güter erkennen.

   

 

Anlässlich der Bundesgartenschau 2007 veröffentlichte das Museum Burg Posterstein den ersten Teil einer umfangreichen Dokumentation der Rittergüter im Ostkreis des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Altenburg. Räumlich beschränkte sich das Auswahlgebiet auf die Fläche des heutigen Landkreises Altenburger Land. Von den über 60 im Ostkreis des 1826 neu gegründeten Herzogtums vorhandenen Rittergütern wurden 26 Anlagen ausführlich vorgestellt. Zur Ausstellung kamen außerdem erstmalig Simon Carl Eugen Wageners (1759-1824) handgezeichnete Landvermessungskarten, welche im Auftrag von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg am Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden.

 

Die Sonderausstellung 2010/11 behandelte weitere

40 Rittergüter aus dem ehemaligen Ostkreis und präsentiert deren Geschichte der Öffentlichkeit.

Katalog und Ausstellung bieten einführende Texte zur regionalen Geschichte, zur Bodenreform, zu den Vermessungskarten sowie einen ausführlichen Text- und Bildteil zu den Rittergütern. Außerdem sind im Katalog wiederum die entsprechenden Landesvermessungskarten von Wagener abgedruckt.

 

Mit der Verwirklichung dieses Vorhabens gelang es erstmals seit dem Ende des 19. Jahrhunderts einen Überblick über einen komplexen regionalhistorischen Zusammenhang in einer zweibändigen Dokumentation vorzulegen und damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichtsforschung im Altenburger Land zu leisten.

 

 

     
 

Auswahl:

 

Rittergut Löbichau

Schloss Löbichau

(c) Museum Burg Posterstein

 

Löbichau wurde im 13. Jahrhundert erstmals als ehemals mittelalterliche Wasserburganlage erwähnt. Das alte Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert wurde 1908 umgebaut.

 Den klassizistischen Schlossbau ließ die Herzogin von Kurland um 1796/98 erbauen. Im Park befand sich damals ein Komödienhaus. Den künstlerischen Salon der Herzogin besuchten internationale Berühmtheiten, der bekannteste darunter war wohl Zar Alexander I. von Russland. Zeitweise weilten bis zu dreihundert Gäste gleichzeitig in Löbichau. Die Zeiteinteilung am Musenhof war zwanglos und der Höhepunkt des Tages war meist erst der Abend, der alle Gäste zur Teestunde im großen Saal des Schlosses versammelte. Man plauderte, philosophierte, dichtete, tanzte und musizierte; und manchmal spielten die Gäste auch selbst Theater - auch im nahe gelegenen Schloss Tannenfeld auf einer kleinen Bühne.

 

Schloss Tannenfeld

(c) Museum Burg Posterstein

 

 Im Zuge der Bodenreform 1945 enteignete man die damaligen Rittergutsbesitzer. Das Schloss und die Wirtschaftsgebäude wurde nach 1945 stark verändert. Die Räumlichkeiten nutzte man fortan für ein Pflegeheim. 2009 folgte der Totalabriss von Schloss und Herrenhaus, um für die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft einen Neubau zu errichten. Die verbleibenden Wirtschaftsgebäude wurden saniert und beherbergen einen Bürgersaal und den Sitz der kommunalen Verwaltung.

 

Rittergut Meuselwitz

Welches Schloss hielt einem Luftangriff stand,

nicht aber der Bodenreform?

 

 (c) Museum Burg Posterstein

 

Zwischen 1724 und 1724 ließ der deutsche Staatsmann Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692) auf seinem Rittergut in Meuselwitz ein Schloss mit Park und Orangerie errichten. Ein barockes Schlosstor führte zum Gutshof.

 

Von Seckendorff, geboren in Herzogenaurach, hatte ein Gymnasium in Gotha besucht und war später von Herzog Ernst dem Frommen von Sachsen-Gotha-Altenburg gefördert worden. Im 30jährigen Krieg richteten die Schweden von Seckendorffs Vater in Salzwedel wegen Hochverrats hin. Von Seckendorff studierte Philosophie, Rechtswissenschaft und Geschichte in Straßburg. Er schrieb bis 1655 am staatswissenschaftlichen Werk „Der deutsche Fürstenstaat“. Dieses Buch, das lange Zeit ein Standardwerk für die staatspolitische Bildung an den deutschen Universitäten war, erreichte schon zu von Seckendorffs Lebzeiten mehrere Auflagen.

 

1651 wurde von Seckendorff gothaischer Hof- und Justizrat, 1656 Geheimer Hof- und Kammerrat und schließlich, im Jahr 1663, Geheimer Rat und Kanzler. 1664 trat er in den Dienst des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz (†1681) ein. 1680 nahm er seinen Abschied als dortiger Kanzler und zog sich auf sein Gut Meuselwitz zurück, blieb aber Altenburger Obersteuereinnehmer und Landschaftsdirektor. 1685 erschien seine Publikation der „Christenstaat“. Kurz vor seinem Tod wurde von Seckendorff zum Kanzler der neu gegründeten Universität Halle ernannt. Er starb in Halle und wurde am 30. Dezember 1692 in der Meuselwitzer Kirche beigesetzt.

 

Bei einem Luftangriff auf Meuselwitz am 20. Februar 1945 wurden die Wirtschaftsgebäude

des Meuselwitzer Rittergutes schwer beschädigt. Das Schloss selbst wies nur geringe Schäden auf. Im Zuge der Enteignung durch die Bodenreform wurden alle Gebäude ersatzlos beseitigt. Erhalten blieben lediglich die stark beschädigte Orangerie und das fast unversehrte barocke Schlosstor, welches jedoch trotz Einspruchs der Denkmalpflege 1950 abgerissen wurde. Die Orangerie konnte erstmals 1957 durch den Leipziger Architekten Walter Gruner restauriert werden. Die Mühle wurde 1988 abgebrochen. Die freien Flächen des Rittergutes werden heute als Parkplatz genutzt.

 

Rittergut Nöbdenitz

 

 (c) Museum Burg Posterstein

 

In Nöbdenitz steht ein alter Eichenbaum, von dem mal sagt, er sei tausend Jahre alt.

Erst im vergangenen Jahr versah die Gemeinde den Baum mit weiteren Stützpfeilern, um den Ansprüchen der Straßen- und Verkehrsordnung zu genügen. Die so genannte „tausendjährige Eiche“ ist innen hohl – und beinhaltet die Grabstätte eines Ministers von Thümmel.

In Nöbdenitz gab es ein Rittergut, das im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnt wurde. Die ehemals mittelalterliche Wasserburganlage wurde später in ein Schloss umgebaut. Das Rittergut befand sich zeitweise im Besitz des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824). Dieser reiste zwischen 1803 und 1808 auf mehreren diplomatischen Missionen nach Dänemark, Berlin, Königsberg (Kaliningrad), Dresden und Paris. Als Freund des Herzogs Ernst (1745-1804) besaß er großen Einfluss bei Hofe. Verdient gemacht hat er sich durch die Gründung der Kammerleihbank, die Förderung des Straßenbaus, den Bau des Altenburger Krankenhauses und die allgemeine Landvermessung im Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg.

 

Östlich des Nöbdenitzer Schlosses besaß Thümmel einen Lustgarten. Von hier aus wurde der Blick entlang eines geradlinigen Weges in die Ferne bis zu einem Gartenhaus geführt. Ein Fußweg entlang des Nordufers des großen Teichs lud zum Flanieren ein. Freunde der Familie von Thümmel, wie die Herzogin von Kurland aus dem nahen Löbichau, kamen gern nach Nöbdenitz, um auf dem Teich zu segeln und den Blick auf das alte und das neue Schloss zu genießen.

 

Vor seinem Tod bestimmte Hans Willhelm von Thümmel, dass er an einem ungewöhnlichen Ort bestattet werden sollte – unter der Nöbdenitzer Eiche. Er kaufte der örtlichen Pfarrgemeinde den Baum ab und ließ sich in seinen Wurzeln eine Grabstätte errichten. Diese untersuchte 1959 der Postersteiner Lehrer und Heimatforscher Ernst Bräunlich. Er dokumentierte, dass es im Hohlraum des Baumes einen kleinen Andachtsraum mit Sitzbank gab, um dem Toten zu gedenken. Der Leichnam liegt in einem Sarg, parallel zur Straße. Heute kann man die tausendjährige Eiche nur von außen besichtigen. Eine Gedenktafel erzählt ihre Geschichte.

 

Im Zuge der Bodenreform wurde das Rittergut Nöbdenitz 1945 enteignet und das neue Schloss sowie große Teile des Wirtschaftshofes abgerissen. Ein Mausoleum von 1782, das Thümmelsche Erbbegräbnis, wurde Ende der 1960er Jahren entfernt. Das aus dem Jahr 1692 stammende Herrenhaus blieb erhalten und ist heute Sitz der kommunalen Verwaltung.

 

 

Rittergut Prößdorf

Die Sphinx von Prößdorf

 


(c) Museum Burg Posterstein



Im 15. Jahrhundert wird erstmals ein Rittersitz in Prößdorf urkundlich erwähnt. Die Glanzzeit von Prößdorf begann 1818, als Carl Heinrich von Tettenborn das Gut kaufte. Dieser soll ein großer Verehrer der schönen Künste wie Architektur, Plastik und Malerei gewesen sein. Seinem Geschmack entsprechend schmückte er neben den Gebäuden auch den Park. Tettenborn ließ für die Ausgestaltung die ursprüngliche Park-Anlage vergrößern und umwandeln. Nun durchzogen schattige Laubengänge den Lust-Garten. Ein antiker Pavillon lud zum Verweilen ein. Grotten, zahlreiche Statuen wie Löwen und eine Sphinx sowie Springbrunnen zierten das Gelände. Exotische Gewächse aller Art blühten in Rabatten und Kübeln.

Das aus der Mitte des 18.Jahrhunderts stammende Schloss Prößdorf wurde nach 1969 zum Wohnhaus umgebaut. Die Wirtschaftsgebäude, im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammend, wurden 1906/07 erweitert. Im Zuge der Bodenreform enteignete man die Rittergutsbesitzer. In der Folge verfielen die Wirtschaftsgebäude und wurden nach und nach abgebrochen, zuletzt 1998. Durch den Einbau von Wohnungen im Zeitraum von 1969 bis 1973 wurde das Schloss stark überformt. Reste der eindrucksvollen Toranlage sind jedoch erhalten geblieben.

 

 

Rittergut Romschütz

 

(c) Museum Burg Posterstein

 

 Johann Friedrich I. Bachoff von Echt, seit 1700 Eigentümer des Ritterguts Romschütz, ließ dort 1712 einen barocken Lustgarten anlegen. Bewunderer beschreiben ihn als einen „Mann von seltener Volltrefflichkeit des Geistes und des Herzens“. So führte bald darauf eine Allee vom Schloss zum so genannten „Parnass“-Berg. Gäste konnten so ihren Blick vom reich geschmückten Rokokosaal aus, über den Garten mit Wasserbecken, bis zur Spitze des Berges richten. Diese Erhöhung in Romschütz erhielt ihren Namen nach dem zweithöchsten Berg Griechenlands. Der über 2000 Meter hohe Parnass gilt in der griechischen Mythologie als Sitz des Gottes Apoll und der Musen, ein Ort, an dem Natur, Kultur und Mythos zusammenspielen. Auf der Anhöhe dieses Berges befand sich Mitte des 18. Jahrhunderts ein Lusthäuschen im chinesischen Stil.

Das Rittergut Romschütz, ehemals eine mittelalterliche Wasserburganlage, wurde im 13. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Das Herrenhaus stammte aus dem Jahr 1712. Die ehemalige Wasserburganlage steht seit 1960 unter Bodendenkmalschutz. 1972 brach man das Schloss ab und ebnete den (Waal)-Teich mit den Schuttmassen ein. Die Wirtschaftsgebäude blieben erhalten.

 

 

 

Rittergut Langenleuba- Niederhain

Wo steht ein „halbes Schloss“?

 

(c) Museum Burg Posterstein

 

Das Rittergut Langenleuba-Niederhain ist eine ehemalige mittelalterliche Wasserburganlage, die zwischen 1707 und 1711 zu einem Schloss umgebaut wurde. 1838 riss man einen Flügel des Schlosses ab – daher kommt der Beiname „Halbes Schloss“. Noch 1805 war das halbe Schloss von Wasser umgeben und den davor gelegenen Wirtschaftshof konnte man nur über eine Brücke erreichen. 1946 wurden die Besitzer im Zuge der Bodenreform enteignet. Auf den Gutsflächen entstanden elf Neubauernstellen. Im Schloss selbst fand u. a. Schulunterricht statt. Seit ca. 1980 verfällt das leer stehende Schlossgebäude, während die Wirtschaftsgebäude, einschließlich des ehemaligen Ritterguts-Gasthofes, erhalten geblieben sind.

 

 

 

Rittergut Haselbach

Wer veranstaltete Festbankette mitten im See?

 

Ab 1750 fanden auf dem Rittergut Haselbach Feste der besonderen Art statt: Der damalige Besitzer des Gutes, Jakob Friedrich Freiherr von Bielefeld (gestorben 1770), scheint ein lebensfroher und kunstsinniger Mann gewesen zu sein, denn er hatte eine Vorliebe für Festmahle auf dem Wasser. Dafür ließ er auf dem größeren der Haselbacher Seen eine Barke fahren, worauf er mit etwa 30 Gästen speisen konnte. Weitere kleinere Barken waren für Musikanten und für Dienstpersonal zum Transport von Speisen und Getränke bestimmt.

 

Das ehemalige Herrenhaus („Haus mit Storchnest“) mit Vorwerk des Rittergutes Haselbach stammte aus dem Jahr 1755 und wurde später baulich verändert. Zum Rittergutsbesitz gehörten die „Haselbacher Teiche“: Der Nobitzer Teich mit einer Insel, der Backhaus-Teich, der Käsebank-Teich, der Dorotheenteich, der so genannte See mit Insel und der Bienenteich, sowie der Streckteich, der Schirmteich, der Frauenteich, der kleiner Schirmteich, der Scheibenteich, der Seifenloch-Teich und der Neuteich. 1945 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet. In diesem Zusammenhang riss man das Herrenhaus und die Wirtschaftsgebäude ab. Heute ist der ehemalige Gutshof stark von den Nachfolgebauten geprägt.

 

 

 

 Rittergut Vollmershain

„mit Schreiber und Reiter“

  

(c) Museum Burg Posterstein

 

Das Rittergut Vollmershain, vermutlich eine ehemalige Wasserburganlage, wurde im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Im Jahr 1580, beispielsweise, befand sich das Anwesen in Besitz von Otto von Weißbach. Neben dem Besitzer selbst „mit Schreiber und Reiter“, lebten zu dieser Zeit sein Bruder Wolf von Weißenbach mit „Praeceptor“ (Hauslehrer), seine Frau, fünf Kinder, drei Mägde und zwei Knechte auf dem Hof. Die Besitzer von Vollmershain wechselten später aber häufig. Lange Zeit befand sich das Anwesen in Besitz der Rittergutsherren von Posterstein.

 

Nach Bränden und Umbauten im 19. Jahrhundert ist das ehemalige Rittergut Vollmershain heute als vierflüglige Hofanlage erhalten. In der DDR nutzte die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) das Gut. Nach 1990 erwarb die Altbesitzerfamilie den Hof zurück.

 

 

 

Rittergut Pölzig

Über den kontinuierlichen Niedergang eines vornehmen Schlosses 

 

(c) Museum Burg Posterstein

 

Die im 12. Jahrhundert erstmals erwähnte Wasserburganlage mit Kirche war um 1800 noch zu zwei Dritteln mit einem Wassergraben umschlossen. Damals gab es einen vierflügeligen Wirtschaftshof und ein Schloss von 1686/87. Das Schloss Pölzig war im Laufe der Jahrhunderte in Besitz von Herzogen, Grafen und Prinzen: In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich Pölzig beispielsweise im Besitz der Brüder Prinz Ernst und Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha. Letzterer war mit Königin Victoria von England verheiratet.



Langsames Verschwinden

Nach mehreren Bränden entstanden 1895 die Wirtschaftsgebäude und ein Mausoleum mit halbrunder Altarnische neu. 1936 sprengte man den Schlossturm und riss die Schlossmauern bis auf das noch heute vorhandene Erdgeschoss ab. Nur drei Jahre später fiel auch das Erbbegräbnis dem Abbruch zum Opfer. 1945 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet. In Folge dessen brach man das Herrenhaus, die Wirtschaftsgebäude, die Gutsscheune und das Brauhaus im Mittelpunkt des Hofes ab. Bis heute sind nur die Schlossruine, das Torhaus, das Wasch- und Backhaus und die Wagenremise sowie Teile des Pferdestalls, des Kuhstalls und des Schäfereihofes erhalten geblieben.

 

 

.  

Rittergut Untschen

Wo lag das Chinesische Badehaus?



(c) Museum Burg Posterstein

 

Das Rittergut Untschen befand sich im 18. Jahrhundert in Besitz des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel, der sich u. a. durch die Gründung der Kammerleihbank, die Förderung des Straßenbaus und die allgemeine Landvermessung im Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg Verdienste erworben hatte. Den Untschener Gasthof „Zum goldenen Drachen“ ließ der Thümmel im Jahr 1798 einrichten, obwohl dies im Widerspruch zum Schmöllner Recht der Bannmeile stand. Südlich der Straße lag in einem mit Hopfenanpflanzungen versehenen Garten das Brauhaus. Zum Rittergut gehörten mehrere Teiche. Schöngeist Thümmel verfolgte in Untschen zudem ein Projekt zur Scheitholzflößerei. In der Nähe des Floßteiches an der Mühle ließ er im Jahr 1796 ein „Chinesisches Badehauß“, auch als „Untschner Tempelbau“ bezeichnet, errichten.

 

Das im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnte Rittergut wurde 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet. In den Folgejahren fielen ein großes Wirtschaftsgebäude an der Nordseite (1945) sowie die Brauerei und die Ziegelei (1960er Jahre) dem Abriss zum Opfer. Das ehemalige Verwaltergebäude war noch in den 1980er ein Gasthof, ein ehemaliger Pferdestall beherbergt heute einen Laden.

 

Rittergut Nobitz

 (c) Archiv Gustav Wolf

 

Die vierflügelige, ehemals mittelalterliche Wasserburganlage wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Durch die Bodenreform 1945 wurden die Besitzer enteignet und das Gut aufgeteilt. Noch 1946 erfolgten Zerstörungen durch die Rote Armee. 1948 begann man mit dem Abbruch der Wirtschaftsgebäude und des neuen Herrenhauses, weshalb heute nur noch wenige Reste davon erhalten sind. Vorhanden ist beispielsweise noch der Waal-Teich mit Insel und das alte Herrenhaus aus dem Jahr 1842, heute Verwaltungssitz der Gemeinde Nobitz.

 

   

 

Aus der Geschichte

Die Rittergüter stellten häufig Zentren des geistigen Lebens dar, verfügten über umfängliche Bibliotheken und Naturaliensammlungen. So wirkten Rittergutsbesitzer Dank ihrer Position am Hof oder als Militär sowie an vergleichbarer führender Stelle in der adligen Gesellschaft, oft als Mäzen und Förderer von Kunst, Kultur und Wohlfahrt. Einzelne Persönlichkeiten, wie Wolf Conrad von Thumbshirn (1604-1667), Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692), Jacob Heinrich von Flemming (1667-1728), Anna Dorothea von Kurland (1761-1821), Bernhard August von Lindenau (1779-1854) oder Hans Conon von der Gabelentz (1807-1874) erlangten Bedeutung weit über die Region hinaus.

 

Die Rittergutsbauten, ursprünglich mit militärischer Schutzfunktion als Wasserburgen oder Motten entstanden, dann später als repräsentative Herrenhäuser und Schlösser erneuert, verkörpern bedeutende Bau- und Kunstdenkmale ihrer Zeit.

 

 

 

 

englisch

temporary exhibition                                    

We still can se the old castle...

Manor houses in the county of Altenburg

 

The catalogue of the Museum Burg Posterstein's new special exhibition deals with the history of about 40 former manor houses in the county of Altenburg (Thuringia).

The catalogue can be bought in the Museum Burg Posterstein.

e-mail: info@burg-posterstein.de.

 

In years of research in the local archives the author Gustav Wolf collected detailed information on the single manor houses' history. The results will be presented in a special exhibition from august 29th 2010 to january 31st 2011 in the Museum Burg Posterstein.

Part of the exhibition is a film and an interactive map.

 

 

Impressum: © 2011 .  Museum Burg Posterstein ·  Thüringen