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Die Tagebücher der Herzogin von Kurland

© 2007

Sabine und  Klaus Hofmann

Museum Burg Posterstein

Die meisten Veröffentlichungen über die Herzogin von Kurland stützten sich bislang vorwiegend auf die stark subjektiv gefärbte Biografie Christoph August Tiedges und auf die Erinnerungen der Tochter Dorothée in deren „Souvenirs“. Weitgehend unbeachtet blieben hingegen die Tagebücher und Briefe Anna Dorotheas, welche ihre Erben, die Familie von Tümpling, der Universitätsbibliothek Jena übergaben. Diese Quellen beginnen mit einem sehr lückenhaften brieflichen Nachlass im Jahr 1787 und setzen sich fort mit einem umfangreichen Tagebuchbestand von 1802 bis 1821. Die Neunzehn Bände dokumentieren Zeitgeschichte, erzählen von Politik, von Personen, von Tagesabläufen, von wichtigen und unwichtigen Dingen, von der Geburt der Enkel und vom Tod von Freunden, berichten über ganz Persönliches oder über hoch Offizielles aus dem Leben dieser Frau.

Die in mehreren Etappen vorgenommene Sichtung der Tagebücher war vor allem ausgerichtet auf die Löbichauer Ereignisse. Es offenbarten sich deutliche Schwerpunkte für die Jahre 1806, 1809 und 1813-15. Besonders das Jahr 1809 stellt einen Fixpunkt im Leben der Herzogin dar, denn es beginnt ihr lang ersehnter Lebensabschnitt in Frankreich, der bis zu ihrem Tod reichen sollte. Das Leben in Paris, die Begegnungen am Hofe Napoleons und ihre Liaison mit Charles Maurice de Talleyrand bildeten jetzt den neuen Lebensmittelpunkt Anna Dorotheas. 

Die letzte Eintragung in ihr Tagebuch notierte die Herzogin von Kurland mit schwacher Hand am 15. August 1821. Am 20. August 1821 starb Anna Dorothea in Löbichau und wurde unter Anteilnahme von 7000 Trauergästen im „Herzoglichen Begräbniß im Hain“ beigesetzt.

Die Zeit des Musenhofes war vorbei.

Ihre Tochter Johanna erbte Löbichau und als sie 1876 starb, erhielt ihre Nichte Fanny von Boyen (Franziska von Biron, 1815-1888) den gesamten Besitz. 1888 erbte deren Tochter Luise (1852-1911), seit 1878 verheiratet mit dem „Legationssekretär und Premier-Leutnant“ Wolf von Tümpling. 1907 löste die Familie Löbichau auf und versteigerte ein Großteil des Inventars. Man überführte das Hausarchiv in den Tümplingschen Besitz nach Thalstein bei Jena, wo Wolf von Tümpling die Bestände redigierte. Erst 1957 ging die Sammlung schließlich an die Universität Jena und wird in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek verwahrt.

 

 

Einen Überblick über diesen Bestand bietet ein 2004 im Museum Burg Posterstein erschienenes Buch:

Zwischen Metternich und Talleyrand -

Der Musenhof der Herzogin von Kurland im Schloss zu Löbichau.

Sabine und Klaus Hofmann

Museum Burg Posterstein, 2004

ISBN 3-86104-066-2

104 Seiten, s/w mit zahlreichen Abbildungen

Preis: 12.50 Euro

© 2007 Hofmann

 

 

 

 

 

 

 

 

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