Booklet

mit einem Text

von Dr. Dieter Gleisberg, Altenburg

 

6. März – 31. Mai

ROLF MÜNZNER

Georg Weerths Ritter Schnapphahnski:

eine Verbindung nach Löbichau?

Zeichnungen und Lithographien

 

Rolf Münzner war bis 2007 Professor der Leipziger Hochschule für Graphik und Buchkunst.

Er kann auf mehr als einhundert Personalausstellungen sowie Beteiligungen an zahlreichen Gruppenausstellungen, Biennalen und Triennalen der Graphik und Zeichnung im In- und Ausland verweisen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit historischen Themen und setzt sie graphisch um. Vor allem schätzt Münzner problematische, philosophisch gehaltvolle Dichtungen, die ihm Anregungen bieten für phantasievolle Bilder.

 

Die graphischen Blätter dieser Sonderausstellung spiegeln deutsche Zeitgeschichte des 19. Jahrhunderts wider und greifen ein Thema auf, das mittelbar mit der Thüringer Residenz der Herzogin von Kurland in Verbindung steht.

 

Die Ausstellung wird unterstützt vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Sie reiht sich ein in die Veranstaltungen des Museums Burg Posterstein zur europäischen Salonkultur des 19. Jahrhunderts, welche anlässlich des 250. Geburtstags der Herzogin von Kurland organisiert werden.

 

 

Georg Weerth (1822-1856), der erste sozialistische Feuilletonist, parodiert in seinem  Roman „Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski“ den Fürsten Lichnowski. Der Roman, eine Satire auf den Adel, wurde 1848/49 in der Neuen Rheinischen Zeitung abgedruckt.

 

Felix von Lichnowski (1814-1848) war Mitglied des Schlesischen Landtages. In Schlesien hatte er eine Affäre mit der jüngsten Tochter der Herzogin von Kurland, Dorothée von Dino- Talleyrand. Er gehörte dem konservativen Flügel in der Frankfurter Nationalversammlung an. Am 18. September 1848 wurde Lichnowski während der sogenannten Septemberunruhen in Frankfurt am Main ermordet.

 

Der Schriftsteller Jean Paul [Johann Paul Friedrich Richter (1763-1825)] weilt im Sommer 1819 auf persönliche Einladung der Herzogin Anna Dorothea von Kurland in Löbichau. Dort liest er gern vor, hauptsächlich seine eigenen Dichtungen und lobt die „seelige Herrschaft der Sprechfreiheit“.

 

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