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Die Baugeschichte ist
Ausdruck der Bedürfnisse und Möglichkeiten der jeweiligen Besitzer. Während
zunächst die Wehrhaftigkeit im Vordergrund stand, waren es spätestens seit
dem 16. Jh. der Drang nach Wohnlichkeit und Repräsentanz, die immer wieder zu
Umbauten an der Burganlage führten.
Auf strategisch günstigem Gelände, hoch über der Sprotte und nach zwei Seiten steil abfallend, wurde die Burg in der zweiten Hälfte des 12. Jh. angelegt. Mittelpunkt der Anlage war der Bergfried mit seinen drei Meter starken Mauern. Geschützt wurde die Burganlage durch eine starke Ringmauer und einen Halsgraben mit Zugbrücke am flachen Zugang der Burg. Das mittelalterliche Verlies der Burg befand sich im unteren Teil des Bergfriedes, 6,50 m tief aus dem Fels heraus gehauen. Der Zugang führte über das heute noch zu besichtigende Gefängnis in Höhe des Kleinen Burghofes in die Tiefe.
Im
15. Jh. begann man schrittweise mit der Überbauung der Ringmauer. Ein heute
noch vorhandener Treppenturm sowie eine durch einen Schrank verdeckte Treppe
im Gerichtsraum der Burg dienten bis zur Überbauung der Innenhöfe im 17. Jh.
als Aufgang in die beiden Gebäudeflügel.
Im
16. Jh. veränderte sich das äußere Bild der Burg durch die Gestaltung der
Fassade mit weißem Putz und roten Eckquaderungen. In dieser Zeit entstand
auch der Erker an der Westseite der Burg mit seinen vierfach übereinander
gewölbten Konsolen.
Das Obergeschoss in seiner heutigen Gestalt ist Resultat der Bautätigkeit des späten 17. Jh. Georg Dietrich von Pflugk
ließ sich 1684 vom Herzog von Gotha-Altenburg zusätzliche Baufronen
genehmigen, um sein im Krieg stark in Mitleidenschaft gezogenes Schloss zu
rekonstruieren. Das alte Obergeschoss wurde abgetragen und als verputzter
Fachwerkbau neu errichtet. Durch Überbauung der Innenhöfe entstand der
heutige repräsentative Treppenaufgang. Die Türme versah man mit achteckigen
Hauben, die steinerne Brücke wurde erbaut, und man betrat das Schloss nun
durch ein neu errichtetes Portal. Die Gestaltung der Fassade mit
Kreuzstockfenstern beendeten den Umbau zum Wohnschloss.
Im
18. Jh. begann man mit dem Umbau des Nordflügels, dessen wichtigste Aufgabe
darin bestand, den großen Festsaal aufzunehmen. Die Wohnräume wurden
letztmalig renoviert und erhielten eine textile Wandbespannung. Ende der
1880er Jahre und 1937 folgten Instandsetzungsarbeiten an der Burganlage.
Nach der Gründung des Museums ging man an die Sicherung der Bausubstanz, ohne jedoch eine konstruktive Beseitigung der Bauschäden vorzunehmen. Dies führte im Laufe der folgenden Jahre zu einem fortschreitenden baulichen Verfall und letztlich 1977 zur Sperrung der Anlage für die Öffentlichkeit. 1984 bis 1991 wurde die Burg mit Mitteln der Denkmalpflege umfassend restauriert. 1991 konnte das Museum mit neuem Konzept und neu gestalteten Ausstellungen wieder eröffnet werden.
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Burg Posterstein Geschichte und Restaurierung 88 Seiten, Textteil zur Geschichte, Baugeschichte und Restaurierung der Burg mit zahlreichen Abbildungen. Sabine und Klaus Hofmann, © Museum Burg Posterstein, 1998 ausverkauft!
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