Sammlung    

Schmöllner Kamm- und Bürstenindustrie

 

 

 

 

 

 

 

 

Katalog

mit zahlreichen schwarz-weiß Abbildungen, beschreibt auf 40 Seiten diesen Teil der Geschichte Schmöllns.

Wolfgang Bauer

©  Museumsverein Burg Posterstein, 1998

Preis: 4,00 Euro

zzgl. Versandkosten

 

 

 

 

 

,,Abhandlung von den Zähnen des menschlichen Körpers und deren Krankheiten"

Philipp Pfaff schreibt im Jahre 1756 über den Gebrauch der Zahnbürste:

 

„...So kann ich auch nicht den öfteren Gebrauch der Zahnbürsten billigen. Denn durch das übertriebene fleißige bürsten, wird das Zahnfleisch gereitzet und locker gemacht. Mit der Zeit wird der Zahn vom Zahnfleisch entblößet. Dies thut nun auch das seinige zur Festhaltung des Zahns, welcher daher leicht wackeln wird. Doch ich rede nur vom Misbrauch der Zahnbürste. Sie sind zur Reinigung nothwendig, und wenn man sich derselben alle 14 Tage einmal bedienet, so kann ich es wohl passiren lassen...“

 

Historie

Der Schmöllner Chronist Rudolf Seyfarth schreibt 1938 folgendes

zur Zahnbürstenherstellung:

...„Ein wichtiger Faktor im Gewerbsleben Schmöllns ist ferner die Zahnbürstenfabrikation geworden. Am Anfang dieses Industriezweiges stand die Kleider- und Wichsbürstenfabrikation, die durch Kaufmann Karl Schmidt aus Altenburg um 1830 hier begründet wurde.

1840 lässt der Drechsler August Zippe aus Berlin die erste Zahnbürstenfabrik in Schmölln erstehen. In diesem Betriebe arbeiteten jahrelang Franz Zorn und Friedrich Jahn, die 1858 und 1865 eigene Fabrikanlagen schufen. Die Schmöllner Zahn- und Nagelbürstenfabrik Friedrich Jahn hat sich aus kleinsten Anfängen zu einer hochbedeutsamen Stellung empor gerungen. Das gilt in gleichem Maße auch von der Firma Oskar Mehlhorn & Sohn.“...   

 

Die Blütezeit der Schmöllner Bürstenindustrie begann nach dem I. Weltkrieg und hatte ihren Höhepunkt  in  den Jahren 1929 - 1934, der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Weltmarktschwankungen in jener Zeit  fügten jedoch auch der Schmöllner Industrie Verluste zu. Firmenneugründungen und Konkurse kennzeichnen die Konjunkturlage der Bürstenindustrie, die sich daraufhin seit 1932 mehr auf den Binnenmarkt konzentrieren musste. 

Nach Beendigung des II. Weltkrieges zählte die Schmöllner Bürstenindustrie noch sechs Firmen, die alle bis zum Jahresende 1945 ihre Produktion wieder aufnehmen konnten. Unter solch bekannten Markennamen wie „Janette“, „Osmarin“ oder „Garantie“ produzierte man Zahnbürsten aus verschiedenen Materialien.

Nach Ihrer Enteignung 1972 fasste man alle Betriebe in einem DDR-Kombinat unter dem Markenname „Flamingo“ zusammen. Mit der Schließung der letzten Firma im Jahr 1991 endete dieser interessante Teil regionaler Industriegeschichte.

 

Der alte Handelsspruch: "Leute kauft Kämme, es kommen lausige Zeiten", war der eigentliche Auslöser zur Gründung der „Margot- Kammfabrik Albrecht & CO“.

Der II. Weltkrieg war zu Ende, der Bedarf an Staub- oder Läusekämmen war groß, es gab aber keine zu kaufen. Dieser Umstand war ausreichende Begründung gegenüber der Militärmacht und den örtlichen Behörden, eine Erlaubnis für die Gründung einer Kammfabrik zu erhalten. „Margot“ - Kämme aus unterschiedlichen Materialien wurden bis 1978 in Schmölln hergestellt.

 

Ausstellung

Eine Exposition aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein ist seit 2002 ständig im Knopf- und Regionalmuseum Schmölln zu sehen.

Zusammengestellt und gestaltet vom Museum Burg Posterstein und inhaltlich erarbeitet durch den Schmöllner Heimatforscher Wolfgang Bauer, vermittelt die Ausstellung interessante Einblicke in die Historie, in Herstellungstechniken von Zahnbürsten oder Kämmen und zeigt natürlich die Produkte.

 

Neuerdings sind Schmöllner Zahnbürsten auch in Wien zu sehen.

Auf über 2000 qm präsentiert das Technische Museum Wien seit Oktober 2005 eine neue Dauerausstellung  „Alltag – Eine Gebrauchsanweisung“

Die Ausstellung geht Selbstverständlichkeiten des Alltagsalltags nach und rückt den Menschen im Umgang mit Technik in den Mittelpunkt.

Mit dabei ist auch eine Auswahl Schmöllner Zahnbürsten aus der Postersteiner Sammlung, die das Museum Burg Posterstein als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat.

 

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