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Sagenhaftes
Der
Holzschnitzer Johannis Hopf
Im
Schnitzwerk der Empore der Postersteiner Kirche liest man den Namen
„Johannis Hopf 1689“. Über den urwüchsigen und großen Künstler,
den Holzschnitzer Johannis Hopf, der in jahrelanger, mühevoller Arbeit
die herrlichen Schnitzereien der Postersteiner Kirche schuf, berichtet
die Sage, dass er zur damaligen Zeit auf der Durchreise durch die
hiesige Gegend ein todwürdiges Verbrechen begangen hätte. Daraufhin
wurde Johannis Hopf in das Gefängnis der Burg Posterstein geworfen und für lange Zeit in Haft gehalten. Während
dieser Zeit hätte er mit unendlicher Geduld zur Ehre Gottes die
herrlichen mit Engelsköpfen, Blumen, Trauben und allerhand Früchten,
mit Schnörkelwerk. Muscheln und kunstvollen Säulen verzierten
Schnitzereien angefertigt. Dieses hohe künstlerische Können erweckte
selbst die Bewunderung des damaligen Burg- und Gerichtsherrn Pflugk.
Beim Landesfürsten setzte er sich für eine Begnadigung
ein, und so wurde die erwirkte Todesstrafe in eine mehrjährige
Kerkerstrafe umgewandelt.
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Die
Schmiede im Schloßberge zu Posterstein
Tief
unter dem Turme des Postersteiner Schlosses befindet sich eine verzauberte
Schmiede, in der alles von purem Golde gefertigt ist und des Nachts fleißig
gearbeitet wird. Manche bezeichnen einen der Herren von Pflugk, in deren
Besitz das Schloss lange Zeit war, als den nächtlichen Schmied. Hat man
sonst bei diesem an dem einen Tage eine neue Kutsche bestellt
so hat sie schon am nächsten Tage fix
und fertig auf dem Hofe gestanden. Haben die Knechte früh ihre Pflüge
angeschirrt, so sind stets die Pflugschare frisch geschärft gewesen.
Einmal ist ein Knecht unten in der Schmiede gewesen; der hat aber nicht
erzählen können, was er dort gesehen hat.
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Wie
die Trinkwasserquelle der Burg Posterstein gefunden wurde
Auf
der Burg Posterstein fehlte von jeher das Trinkwasser. Das Wasser aus
dem Sprottenbache eignete sich nicht zum Trinken und deshalb musste man
das Trinkwasser stundenweit herbeiholen. Zur damaligen Zeit herrschte
ein gar strenges Rittergeschlecht auf der Burg, es waren die Herren von
Puster, die dem Schloss und dem Dorf den Namen gaben. Der letzte seines
Stammes war besonders gewalttätig, und seine Bauern fürchteten sich so
sehr vor ihm, dass sie von Haus und Hof davon liefen. Auch musste
mancher Bauer und arme Schlucker wegen Fischfang, Feld- und Wilddieberei
ins feuchte, dunkle Burgverlies wandern. Nun
hatte eines Tages ein Gefangener von der großen Wassernot auf der Burg
gehört. Der Bauer war ortskundig und verstand sich aufs Wassersuchen
mit der Haselrute. Er erbot sich, falls der Burgherr ihm die Freiheit
schenken würde, diesem einen großen Schatz zu zeigen. Der Ritter
wollte erst nichts davon wissen, doch die Neugierde quälte ihn so sehr,
dass er auf die Sache einging.
Dem gefangenen Bauern wurden die Ketten gelöst und er führte den
Ritter in einen Wald bei dem Dorfe Heukewalde. Dort zeigte er ihm eine
verborgene Quelle, die silberklar aus dem Felsen rann. Auf der Stelle
erhielt der Bauer die Freiheit. Noch heute fließt das frischende
Trinkwasser über Berg und Tal ohne jegliches Pumpwerk nach Posterstein.
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Die
Mönchsbrücke
Die
alte steinerne Brücke, die von Posterstein nach Nöbdenitz über den
Sprottenbach führt, trägt den Namen „Mönchsbrücke“. Seit alten
Zeiten berichtet die Sage, dass unter der Mönchsbrücke ein
unterirdischer Gang von der Burg Posterstein seinen geheimen Ausgang hätte.
Solche geheimen Gänge sollen sich von der Burg aus nach Crimmitschau,
Ronneburg, Lohma, Nöbdenitz und Selka ziehen. Vor Zeiten seien
Dorfbewohner sogar noch ein Stück in diesen Gewölben gelaufen, doch
dann wäre plötzlich aus der Burg ein kalter Luftzug gekommen und hätte
das Licht ausgeblasen. Nun
trug es sich einmal zu, dass zwei Bauern aus Posterstein nachts am
Sprottenbach „Fischleuchten“ gingen. Es war gerade Laichzeit, und
die Fische hielten sich direkt am Bachufer auf, so dass sie durch den
Lampenschein geblendet wurden und sich leicht fangen ließen. Auf einmal
blieben die beiden Fischer wie angewurzelt stehen, denn sie sahen auf
der Brücke einen Mönch, der blütenweiße Wäsche im Winde flattern
ließ. In dem Augenblicke, als ein Bauer zu sprechen anhub, platschte
Wasser, und der Spuk war verschwunden. In
mondhellen Nächten, wenn die Nebelschleier durch den Wiesengrund
schweben, geht der „Mönch“ oder die „weiße Frau“ noch heute an
der Mönchsbrücke um. Doch die Eingänge zu den unterirdischen Gewölben
sind längst verschüttet und kein Mensch kann sie mehr betreten.
© Museum Burg Posterstein .
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2002 LeneGrafik
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