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Thüringisches
Landesamt für Archäologische Denkmalpflege
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© Museum Burg Posterstein
Ur-
und Frühgeschichte
Sammlung Rabold
Die ur- und frühgeschichtliche Sammlung
des langjährigen Bodendenkmalpflegers Walter Rabold (1903 – 1984) aus
Gößnitz ging im Zeitraum 1984 – 1987 seinem Vermächtnis folgend an das
Museum Burg Posterstein.
Rabolds Arbeitsgebiet umfasste den
ehemaligen Landkreis Schmölln. Die Sammlung besteht aus Bodenfunden und
den dazugehörigen Fundberichten, Grabungstagebüchern, Zeichnungen und
sonstigen Dokumentationen. Darüber hinaus beinhaltet sie
Forschungsarbeiten, Mauskripte und Handschriften, unter denen als
Hauptarbeitsgebiete die „Vor- und Frühgeschichte des Kreises Schmölln“
und die Siedlungsgeschichte herauszuheben sind. Belege für Walter Rabolds
wissenschaftliche Arbeit finden sich in der Publikationsreihe
„Kulturspiegel der Kreise Altenburg und Schmölln“ der Jahrgänge 1957, 1958
und 1962. In den 1950er Jahren veröffentlichte er die Ergebnisse seiner
Wüstungs-Forschung über „Verschwundene Dörfer im Kreis Schmölln“. In
späteren Ausgaben folgten Fundberichte über baubegleitende Grabungen vor
allem im Raum Gößnitz. Im Heft 7/58 der „Sächsischen Heimatblätter“
publizierte Walter Rabold zur Thematik „Sorbische Kulturreste im Kreis
Schmölln“.
Im Dorf Podelwitz konnte Walter Rabold seinen größten und wohl auch
schönsten Fund bergen, einen slawischen Keramikfund von etwa 2000
verzierten und unverzierten Scherben.
Der heutige Bestand des Museums basiert auf der Sammlung Rabold. Darauf
aufbauend findet eine kontinuierliche Erweiterung statt. In enger
Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gebietsreferenten des Landesamtes für
Archäologische Denkmalpflege wird das Gebiet des ehemaligen Landkreises
Schmölln bodendenkmalpflegerisch betreut. So werden auch Funde aus
Flurbegehungen, Notbergungen oder Grabungen mit einer entsprechenden
Dokumentation im Museum gesammelt, erfasst und in Teilen auch ausgestellt.
Die Ausstellung
Archäologie gehört mit anderen
Wissenschaften zu den Disziplinen, deren historische Quellen durch immer
neue Erkenntnisse erweitert werden, und somit das Wissen über die
Entwicklung der menschlichen Kulturgeschichte von Jahr zu Jahr
vervollständigen.
Als Grundkonzept wurde das
‚Studienkabinett’ gewählt, d.h. Sammlung, Forschung und Präsentation,
einschließlich Archiv und Bibliothek sind in einem engen räumlichen
Zusammenhang gestellt. Dabei war es nicht beabsichtigt, eine umfassende
ur- und frühgeschichtliche Abhandlung zu präsentieren, sondern vielmehr
mittels ausgewählter Aspekte Interesse für einen Besuch von Spezialmuseen
zu wecken.
Die Ausstellung ermöglicht so jederzeit
ein Studium der Ur- und Frühgeschichte der Region. Die Rolle der
Bodendenkmalpflege im Thüringer Denkmalschutzgesetz von 1992 und eine
Biografie Walter Rabolds führen den Besucher direkt in die Thematik ein.
Die Präsentation ist also dazu geeignet, verschiedene Ebenen, je nach dem
Wissenstand- und bedürfnis der Besucher zu erschließen.
Durch eine gezielte Auswahl besonders
aussagefähiger Bodenfunde wurde letztlich der Versuch unternommen, die ur-
und frühgeschichtliche Entwicklung der Region ausschließlich anhand der
dokumentierten Befundlage zu verdeutlichen. In nur zwei Themenkomplexen
wird, ausgehend von der Besiedlung des Altenburger Landes in der
Jungsteinzeit (Bandkeramik) auf die slawische Zeit des Mittelalters
eingegangen. Damit spannt sich der Bogen der Zeitreise thematisch direkt
bis zur Deutschen Landnahme im 12. Jahrhundert, mithin bis zur Gründung
und Ersterwähnung der Burg Posterstein und der Darstellung dieser über
800-jährigen Geschichte in den weiteren Ausstellungsabschnitten des
Museums.
© Museum Burg Posterstein
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