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Hans Wilhelm von
Thümmel (1744-1824)
„Der Mensch, welcher den richtigen von der Vernunft gebildeten Weg
fortgeht, ohne sich durch Lob oder Tadel anderer stören zu lassen, ist
der wahre Philosoph. Man könnte seinen Gang Gleichmut der Weisheit
nennen.“
Thümmel wird 1744 als jüngster Bruder des Schriftstellers Moritz von
Thümmel
auf
dem Rittergut Schönfeld bei Leipzig geboren. Er heiratet Freiin von
Rothkirch und Trach (1765-1839), mit der er die Kinder Ernst Julius
(gest. 1838), Benjamin Alfred (1791-1828), Clementine Dorothea
Friederike (gest. 1820), Charlotte Constanze (gest. 1834) und Hans
Emanuel (1796-1825) hat. Nach dem Studium in Leipzig tritt Thümmel 1760
in den Gothaer Hofdienst ein. Hier wird er Page, Kammerjunker,
Kammerassessor und später Vizepräsident der Kammer in Altenburg. Seit
1805 trägt er den Titel Geheimer Rat und Minister. Zwischen 1803 und
1808 übernimmt Thümmel mehrere diplomatische Missionen nach Dänemark,
Berlin, Königsberg, Dresden und Paris. Als Freund des Herzogs Ernst
(1745-1804) besitzt er großen Einfluss bei Hofe. Verdient gemacht hat er
sich durch die Gründung der Kammerleihbank, die Förderung des
Straßenbaus und die allgemeine Landvermessung im Herzogtum Sachsen-Gotha
und Altenburg.
In
Altenburg lässt Hans Wilhelm von Thümmel seit 1790 auf seinen Besitz in
der Nähe des großen Teiches einen englischen Park anlegen. In seinem
Haus trifft sich die Altenburger Gesellschaft zur “Theegesellschaft”.
Häufig zu Gast sind Hofrat Pierer, Professor Messerschmidt, Bankier
Reichenbach, Thümmels Bruder Moritz und Friedrich Arnold Brockhaus. Die
Herzogin von Kurland weilt während ihrer Löbichauer Sommeraufenthalte
oft in Altenburg bei Thümmels, so auch 1817:
„...Thümel kahm gleich zu mir in der Stadt Gotha (Hotel in Altenburg) wo
wir logirten ...“ (TB XVII, 12. Mai 1817).
Nach seinem Abschied aus den herzoglichen Diensten 1817 lebt Hans
Wilhelm von Thümmel häufiger als bisher in Nöbdenitz. Er gehört seit
langem zum Kreis der Herzogin von Kurland und hinterlässt auch einige
literarische Schriften. Thümmel kommt oft aus Nöbdenitz zu Besuch und
ist in Löbichau ein gern gesehener Gast. Gegenbesuche der Herzogin auf
seinem Gut in Nöbdenitz sind keine Seltenheit. In den Wintermonaten
findet sich Familie Thümmel samt den Töchtern Clementine
und
Constanze des öfteren in den bekannten Berliner Salons ein.
Thümmel stirbt 1824 in Altenburg und wird seinem Wunsch
entsprechend in der alten Eiche in Nöbdenitz beigesetzt.

Die
1000jährige
Eiche in Nöbdenitz
- eine der mächtigsten in Deutschland.
*
...Wer
in der Länderbeschreibung etwas Befriedigendes leisten will, muß das
Land, das er beschreibt, eine lange Reihe von Jahren bewohnt und den
Vortheil genossen haben, in den wichtigsten Fächern der Verwaltung
angestellt gewesen zu seyn;...
Das Thümmelsche Kartenwerk von 1813
Das
Thümmelsche Kartenwerk, 1813 vollendet, erschien unter dem Titel:
“Topographische Karte der Aemter Altenburg und Ronneburg. Herausgegeben
auf
Befehl Sr. Durchlaucht des regierenden Herzogs von Sachsen-Gotha und
Altenburg
von
dem Minister von Thümmel, 1813”
und
die “General-Karte der Aemter Altenburg
und
Ronneburg, als Tableau der 1813 herausgegebenen Karte”.
Es besteht aus 21 Sektionsblättern und einer Generalkarte. In Paris
konnte von Thümmel den anerkannten Landkartenstecher und Graveur Tardieu
vertraglich binden, die Karten in Kupfer zu stechen. 1818 schildert
Thümmel selbst die Geschichte dieser nach ihm benannten Karte in der
Schrift: „Historische,
statistische, geographische und topographische Beyträge zur Kenntnis des
Herzogthums Altenburg”.
©
Museum Burg Posterstein 2005
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