Rittergüter: Dem Erdboden gleich gemacht

Im Altenburger Land gab es einmal über 60 Rittergüter. Viele davon fielen 1945 der Bodenreform zum Opfer. Andere noch erhaltene Herrenhäuser stehen leer oder verfallen. Wir zeigen ihre Geschichte und ihre Schicksale auf.

Einen ersten Überblick über noch vorhandene und bereits verschwundene Rittergüter gibt unsere interaktive Karte. Per Klick auf die einzelnen Markierungen erhalten Sie nähere Informationen. Grüne Punkte bezeichnen Rittergüter, die im ersten Band unserer beiden Rittergutsbücher beschrieben sind, rot gekennzeichnete werden im Band II vorgestellt.


Rittergüter im Altenburger Land auf einer größeren Karte anzeigen

Während sich ein Teil der einst herrschaftlichen Herrenhäuser und Schlösser heute noch in Privatbesitz (z.B. Rittergut Vollmershain) befindet, haben andere eine neue Verwendung als Verwaltungsgebäude (z.B. in Nöbdenitz), als Museum (z.B. in Ponitz) oder Jugendherberge (z.B. Windischleuba) gefunden. Ein weiterer Teil der ehemaligen Prachtbauten steht heute leer (z.B. Schloss Tannenfeld, Schloss Langenleuba-Niederhain), während andere inzwischen abgerissen wurden (z.B. Meuselwitz, zuletzt 2009 Schloss Löbichau, das durch einen Neubau ersetzt wurde).

Das Rittergut Posterstein um 1900 (Museum Burg Posterstein)

Das Rittergut Posterstein um 1900 (Museum Burg Posterstein)

Die 2007 und 2010 erschienenen und vom Museum herausgegebenen Bücher “Rittergüter im Altenburger Land” geben erstmals seit dem Ende des 19. Jahrhunderts einen Überblick über die Geschichte und aktuelle Situation der regionalen Rittergüter und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichtsforschung im Altenburger Land. Ein besonderer Verdienst kommt dabei Gustav Wolf, dem Vorsitzenden der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes, zu, der in jahrelanger akribischer Forschung wertvolle Bestände des Thüringischen Staatsarchivs Altenburg ausgewertet hat.

Das Rittergut Windischleuba ist heute Jugendherberge (Foto: Museum Burg Posterstein)

Das Rittergut Windischleuba ist heute Jugendherberge (Foto: Museum Burg Posterstein)

Gustav Wolf schreibt im zweiten Band der Rittergutsbücher über den historischen und architektonischen Wert derselben: “Die Rittergutsbauten, ursprünglich mit militärischer Schutzfunktion als Wasserburgen oder Motten entstanden, dann später als repräsentative Herrenhäuser und Schlösser erneuert, verkörpern bedeutende Bau- und Kunstdenkmale ihrer Zeit. Ob nun als mittelalterliche Wasserburg (Breitenhain), als Höhenburg (Posterstein), als Renaissanceschloss (Ponitz, Oberzetzscha, Oberlödla), als barockes Schloss (Dobitschen, Romschütz, Langenleuba), als klassizistisches Schloss (Löbichau) oder auch mit jüngeren Architekturformen (Kertschütz, Weißbach und Zweitschen) haben sie nicht nur die Landschaft geprägt, sondern fanden selbst Eingang in die Kunst- und Architekturgeschichte.”

Zum Weiterlesen:

Forschung des Museum Burg Postersteins zu den Rittergütern im Altenburger Land

Blogbeiträge zu den Rittergütern im Altenburger Land