Reich geschmückte Kapelle der Burgherren

Über viele Jahrhunderte besaßen die Postersteiner Burgherren eine Ehrenloge in der Kirche des Nachbarortes Nöbdenitz. Als Tham Pfluck Posterstein 1575 erbte, reduzierte sich der Besitz u.a. um Nöbdenitz. Daraufhin kam Streit um die dortige Kirchenloge der Postersteiner Burgherren auf. Nach zum Teil handgreiflichen Auseinandersetzungen mit den Nöbdenitzern um die Demontage des angestammten Kirchenstuhles ließ Tham Pflugk wenig später in Posterstein eine eigene Kirche bauen. Der Grabstein dieses Postersteiner Burgherren steht heute noch in der Burgkirche.

Die am Nordhang des Burgberges gelegene Kirche ist in ihren Grundelementen ein spätgotischer Bau. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist sie Filialkirche des nahen Ortes Nöbdenitz und wird heute von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Nöbdenitz, du der auch Lohma und Posterstein gehören, genutzt.

Umbauten und grundlegende Restaurierung des Schnitzwerks

Angeregt durch die häufig wechselnden Burgherren kam es zu mehreren Umbauten, so 1901 zum Neubau des Glockenturmes und Anbau einer Sakristei.

Von 1992 bis 1994 konnte die Kirche mit Unterstützung des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umfassend restauriert werden.

2008 erfolgten während Bauarbeiten zur Erneuerung des Fußbodens im Innenraum der Kirche durch das Thüringische Amt für Archäologische Denkmalpflege erstmals archäologische Grabungen, in deren Ergebnis mehrere Grablegen und Reste des Halsgrabens der Burg nachgewiesen werden konnten.

Sagenumwobenes und handwerklich meisterhaft ausgeführtes Schnitzwerk

Bekanntheit erlangt die Kirche durch die überaus reiche Ausstattung mit barockem Holzschnitzwerk: Altar, Kanzel, Empore von Johannis Hopf, 1689.

Das reich mit pflanzlichen Ornamenten und christlichen Symbolen verzierte, handwerklich meisterhaft ausgeführte Schnitzwerk aus Lindenholz dokumentiert die Verbindung des wohl bedeutendsten Postersteiner Burgherren Georg Dietrich von Pflugk mit der wohlhabenden Familie Römer. Davon zeugen die Wappen der Familien Pflugk und Römer, verbunden mit der Jahreszahl 1689.

Auf den Künstler selbst weist lediglich eine Tafel mit der Inschrift „JOHANNIS HOPF 1689“ an der südlichen Außenwand der Kirche hin. Weder die Entstehung des Kunstwerkes noch die Herkunft des Künstlers konnten jedoch bisher quellenkundlich nachgewiesen werden.