DIE FERNE & DIE NÄHE – Fotografie von Ulrich Fischer

Datum + Uhrzeit: 12/02/2017 - 01/05/2017, ganztags / all day

Ort: Sonderausstellung - Museum Burg Posterstein

Der Thüringer Fotograf Ulrich Fischer beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Kunst, außergewöhnliche Momente auf Fotos festzuhalten. Er lebt und arbeitet heute freiberuflich in Grümpen, Landkreis Sonneberg.

Das abgebildete Foto trägt den Titel „NYC_374“, 34 x 50 cm, 2012.

Termine:

12. Februar, 15 Uhr, Galerie des Museums: Feierliche Eröffnung mit Ulrich Fischer
2. April, 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: Vortrag “Von Altenburg (Thüringen) nach Altenburg (Missouri, USA)” über die Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert
1. Mai, 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: Finissage mit Ulrich Fischer

mehr im Blog: Visuelle Reise in die USA mit Ulrich Fischer

South Dakota, Nr.256, 2009 von Ulrich Fischer

South Dakota, Nr.256, 2009 von Ulrich Fischer

Über seine Motivation schreibt er Folgendes:

Der Prozess des bewussten Kunst-Wollens begann bei mir wohl mit Beginn des Studiums an der HGB in Leipzig. Alles, was vorher passiert ist, war eher forsch und unbekümmert, ohne nennenswerte Vorbilder außerhalb meines Lebensumfeldes, allein geprägt durch den selbstverständlichen Umgang mit Landschaft und den sich in ihr bewegenden Figuren, die im Übrigen auch Gesichter hatten.

Dann wie ein Sog: der tägliche Umgang mit einem nahezu undurchdringlichen Wust an Bildern, Auffassungen, großen Namen und Bücher, Bücher, Bücher! Irritationen und verzweifelte Suche nach Form, Struktur und Raum – damals wie heute (auch das habe ich dort gelernt und das bleibt mir)!

Nicht der Louvre (leider), sondern das Puschkin-Museum und die Eremitage öffnen in dieser Zeit erstmals die Augen für die wesentlichen Dinge im Leben; amerikanische Literatur und Photographie machen das nie-gesehene tatsächlich. Ja, ich bemühe mich (s.o.) und ich „schieße“ keine Bilder. Und ich stelle mich in Frage, fast täglich, ist das nicht eine Qual? Und manchmal gelingt eine Kleinigkeit (ein ganz kurzer Moment der unbändigen Freude) und manchmal interessiert mich auch die Farbe.

Am meisten ist es jedoch das Licht (das im Norden und das im Süden, oder das ich im Studio selbst anknipse) und seine Offenbarungen, die Lust zum Arbeiten in mir erregen. Eine Stimmung wird zum wahrhaftigen und ehrlichen Bild, das macht mich froh! Träume? Ja natürlich! Sibirien: habe ich angefangen, Nordamerika auch, aber in Timbuktu und am Südhang des Thüringer Waldes gibt es noch eine Menge zu sehen, glaube ich.

Was bleibt? Wahrscheinlich ein Berg Papier, für den sich nur Wenige interessieren.

U. Fischer, 2016