Ein Schwerpunkt unserer derzeitigen Arbeit liegt in der Planung des Neubaus des in den 1950er Jahren abgerissenen Nordflügels der Burg. Die Umsetzung dieses größten Bauvorhabens der Geschichte unseres Museums wird auf dieser Seite in einer Art Bautagebuch dokumentiert.

Blick auf Burg Posterstein und die Ruine des Nordflügels im Dezember 2021 (Foto: Museum Burg Posterstein)
Blick auf Burg Posterstein und die Ruine des Nordflügels im Dezember 2021 (Foto: Museum Burg Posterstein)

Der Wiederaufbau des einstigen Repräsentationsflügels der Burg soll uns in die Lage versetzen, einen ganzen Bereich für moderne Vermittlungsformen bereitzuhalten, die Ausstellungen barrierefrei zu erschließen, den Service zu verbessern und nicht zuletzt unsere Sammlungen besser unterzubringen.

Inhalt dieser Seite:


Ein “Europäisches Zentrum für Salonkultur

Im wiederaufgebauten Nordflügel der Burg Posterstein soll ein “Europäisches Zentrum für Salonkultur” entstehen, – ein 160 Quadratmeter großer Begegnungsort, der die Eckpfeiler Erleben – Begegnen – Bilden in sich vereint. Hier soll die Idee der historischen Salons aufgegriffen und in einem modernen Konzept zum Denkort für die Zukunft fortgeführt werden.

Warum Salonkultur?

Ein Schwerpunkt der ständigen Ausstellung im Museum Burg Posterstein behandelt die europäische Salongeschichte. Ausgehend vom Salon der Herzogin von Kurland im benachbarten Löbichau tauchen wir ein in die Zeit zwischen Französischer Revolution und Wiener Kongress.

Blick in die 2021 neu gestaltete Ausstellung zur Europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein, vorn links eine Karte von Kurland, im Hintegrund ein Bild von Schloss Löbichau, rechts eine Büste der Herzogin Wilhelmine von Sagan
Blick in die 2021 neu gestaltete Ausstellung zur Europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein

Durch die jahrelange Forschungs- un Vermittlungsarbeit des Museums widmen sich Bürgerinnen und Bürger der Region sich dem Thema des Salons in ganz eigener Weise. Bereits die Ausstellung „#SalonEuropa vor Ort und digital: Vernetzung damals und heute – Europa bedeutet für mich…?“, die 2018 analog und digital ein großer Erfolg wurde, zeigte das Potential des Salons in unserer Zeit. In dem von der Bundeskulturstiftung innerhalb des Programmes TRAFO geförderten „Fliegenden Salon“ erhalten die Bürger der Region die Möglichkeit, den Salon ganz eigenständig aufzufassen.

Zum Thema Salongeschichte hat das Museum bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Große Teile seiner Forschung macht das Museum auch hier auf der Website und im Blog online zugänglich. Darüber kommen im Podcast „LeseZEIT auf Burg Posterstein“ historische Persönlichkeiten wie die Herzogin oder ihre Gäste im Originaltext zu Wort.

Der neue Nordflügel der Burg Posterstein

Das Museum konzipiert deshalb im bislang noch ruinösen und zum Wiederaufbau stehenden Nordflügel der Burg einen neuen Begegnungsort, der den Salon lebendig werden lässt und sich dabei stetig verändern soll. Der entstehende Multifunktionsraum soll „Zentrum für europäische Salonkultur“ und Veranstaltungsraum in einem sein.

Blick auf die Nordseite der Burg Posterstein im Winter 2021. Erkennbar ist die Ruine des in den 1950er Jahren abgerissenen Nordflügels.
Blick auf die Nordseite der Burg Posterstein im Winter 2021. Erkennbar ist die Ruine des in den 1950er Jahren abgerissenen Nordflügels.

160 Quadratmeter Fläche sollen so für Ausstellung, Bildung und Begegnung zur Verfügung gestellt werden. Es wird eine neue Multifunktionsfläche geschaffen, die sich sowohl für analoge und digitale Ausstellungen, als auch für die direkte Ansprache der Besucher eignet. Dort wird die Vertiefung des im Museumsrundgang gewonnenen Wissens im interaktiven Austausch möglich sein.

Darstellung der Burg Posterstein aus dem 19. Jahrhundert (Stich von Arldt/Museum Burg Posterstein).
Darstellung der Burg Posterstein aus dem 19. Jahrhundert (Stich von Arldt/Museum Burg Posterstein).

Mögliche Formate sind das Gespräch, das Spiel, aber auch Elemente der Virtual Reality. Einen Schritt in diese Richtung hat das Museum bereits genommen, indem es mit der Universität Erfurt und der Fachhochschule Erfurt an einem Modellprojekt für virtuelle Museumsvermittlung arbeitet. Dabei soll der Salon des 19. Jahrhunderts mittels VR-Brille erlebbar werden.

Das Museum Burg Posterstein ist in Fachkreisen bereits jetzt für seine innovativen digitalen Bildungs- und Vermittlungsansätze bekannt und beispielsweise Gewinner des #DigAMusAward 2021 in der Kategorie „Social Media“ mit der Mitmach-Aktion #GartenEinsichten. Dieser Weg soll mit der Umsetzung des “Europäischen Zentrums für Salonkultur” weiter beschritten werden, wozu passgenaue Ansprachen für unterschiedliche Zielgruppen Verwendung finden.


Das Projekt “Gemeinsam nicht einsam”

Das Herrenhaus Posterstein Ende 2020
Im Rahmen des Projekts “Gemeinsam nicht einsam – Neues Leben auf dem Lande” konnte das Herrenhaus Posterstein saniert und mit neuem Leben gefüllt werden. (Foto: Museum Burg Posterstein)

Der Wiederaufbau des Nordflügels der Burg ist Teil des Gesamtkonzepts “Gemeinsam nicht einsam – Neues Leben auf dem Lande”, das seit 2015 den Postersteiner Burgberg u.a. mit der Restaurierung und Neunutzung des historischen Herrenhauses mit neuem Leben füllt.

Button "Wir unterstützen den Förderverein Burgberg Posterstein e.V."

Der Förderverein Burgberg Posterstein restauriert gemeinsam mit der Gemeinde das historische Herrenhaus und verwirklicht das nachhaltige Wohnprojekt “Gemeinsam nicht einsam – Neues Leben auf dem Lande für den gesamten Burgberg. Im Herrenhaus gibt es eine Ferienwohnung, die über die Gemeinde buchbar ist. Im Sportraum des Herrenhauses stehen Laufband, Crosstrainer, Rudergerät, Kraftstation und einiges bereit.

Hier finden Sie alle Infos zum Projekt “Gemeinsam nicht einsam”


Bautagebuch Nordflügel der Burg Posterstein

Auf der historischen Ansicht sieht man noch den Nordflügel der Burg Posterstein, der in den 1950er Jahren abgerissen wurde.
Auf der historischen Ansicht sieht man noch den Nordflügel der Burg Posterstein, der in den 1950er Jahren abgerissen wurde.

August und September 2022: Bietergespräche und Vergabe

Es erfolgte die Auswahl der Planungsleistungen für Architekt, Tragwerksplanung, Heizung-Sanitär, Elektro und Aufzug statt.
Architekt und Tragwerksplaner wurden am 31. August 2022 vom Kreistag beauftragt.

Als nächste Schritte sind die Beräumung der Ruine, Mauerwerks- und Baugrunduntersuchungen geplant.

23. August 2021: Staatssekretärin Susanna Karawanskij überreicht den Zuwendungsbescheid

Der Landkreis Altenburger Land bekommt den Wiederaufbau des Nordflügels der Burg Posterstein zu 75 Prozent vom Freistaat Thüringen gefördert. Staatssekretärin Susanna Karawanskij vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft übergab am 23. August 2021 offiziell den Zuwendungsbescheid über drei Millionen Euro an Landrat Uwe Melzer.

Staatssekretärin Susanna Karawanskij vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft bei der Übergabe des Zuwendungsbescheid  an Landrat Uwe Melzer.
Staatssekretärin Susanna Karawanskij vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft bei der Übergabe des Zuwendungsbescheid an Landrat Uwe Melzer.

Januar 2021: Konzept und Planung beim Fördermittelgeber eingereicht

Ansichtskarte von Posterstein um 1950, auf der der historische Nordflügel noch zu sehen ist. (Sammlung Museum Burg Posterstein)
Ansichtskarte von Posterstein um 1950, auf der der historische Nordflügel noch zu sehen ist. (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Das bereits vor längerer Zeit durch den Museumsverein Burg Posterstein erarbeitete Konzept und die dazu gehörige Planung sind beim Fördermittelgeber eingereicht worden. Wir sind zuversichtlich, dass die Realisierung in den nächsten drei Jahren erfolgen kann.

September 2020: Grünes Licht für den Wiederaufbau

Der Landkreises Altenburger Land ist Eigentümer der Burg Posterstein. Am 30. September 2020 bekannte sich der Kreistag des Landkreises in einem Grundsatzbeschluss mit großer Mehrheit zum Wiederaufbau des historischen Nordflügels.