Kaiser Barbarossas Ritter

Das Altenburger Land war ursprünglich slawisch besiedelt. - 70 Prozent der Ortsnamen haben einen slawischen Ursprung.

Das Altenburger Land war ursprünglich slawisch besiedelt. – 70 Prozent der Ortsnamen haben einen slawischen Ursprung.

Seit dem 6. Jahrhundert dehnte sich das slawische Siedlungsgebiet bis an die Elbe und Saale aus. In dieser Zeit siedelten auch im heutigen Altenburger Land slawische Völker. Die hier ansässigen germanischen Bauern wurden im Laufe der weiteren Entwicklung in die Stammesgemeinschaften der Slawen aufgenommen. Das heutige Altenburger Land war demnach seit dem frühen Mittelalter slawisch besiedelt. Auf waldfreien Flächen betrieben sorbische Stämme Ackerbau und Viehzucht. An diese Herkunft erinnern noch heute lokale Ortsnamen wie Nischwitz, Nitschka und Zschernitzsch.

Mitte des 12. Jahrhunderts weiteten die schwäbisch-stämmigen Staufer ihren Einflussbereich auch auf diese Gebiete aus. Kaiser Friedrich I. Barbarossa sicherte die gewonnene Macht, indem er seine vorher unfreien Dienstmannen, die Reichsministerialen, zu Rittern erhob und ihnen Aufgaben übertrug. Sie sollten die Neubesiedlung leiten, vorhandene slawische Einflüsse zurückdrängen, deutsches Recht durchsetzen, Abgaben eintreiben und das Land vor Feinden schützen. Im Pleißenland entstand auf diese Weise im 12. und 13. Jahrhundert ein Netz kleiner Befestigungen. Die Rodung großer Landstriche, die Anlage von Dörfern und der Bau von Burgen zur Sicherung der neuen Ländereien prägten fortan die Entwicklung. Die Burg Posterstein ist eine der in dieser Zeit entstandenen Burgen.

Die Ersterwähnung der Burg Posterstein

Luftbild von Posterstein Anfang der 1990er Jahre (Museum Burg Posterstein)

Luftbild von Posterstein Anfang der 1990er Jahre (Museum Burg Posterstein)

Einer der Reichsministerialen Barbarossas hieß Gerhardus de Nubodicz. Sein Name fiel 1142 in der Zeugenreihe einer Altenburger Urkunde. In einem Dokument von 1172 wurde wieder ein Gerhardus, zusätzlich mit der Ortsangabe Nöbdenitz (ein Nachbarort von Posterstein), genannt. 1191 tauchte auch in einer Naumburger Urkunde der Name Gerhard von Nöbdenitz auf, diesmal zusammen mit seiner Mutter „Mechthilde de Steinne“. Dabei handelt es sich um die erste urkundliche Erwähnung (Poster)steins und die letzte derartige Nennung der Nöbdenitzer Ministerialen. Der gleichnamige Siedelhof in Nöbdenitz – eine von Wasser umgebene, flache Anlage – gehörte bis 1575 zum Postersteiner Besitz. Ein nur zwei Kilometer davon entfernter Bergsporn über dem Flüsschen Sprotte hatte sich offenbar als die strategisch günstigere Befestigungsmöglichkeit erwiesen.

Zum Weiterlesen:

Die slawische Besiedlung des Altenburger Landes (Blogartikel Museum Burg Posterstein)
Die Geschichte der Burg Posterstein