Der Maler Ernst Welker absolvierte seine Lehre beim Weimarer Kupferstecher und Lehrer an der Fürstlichen Zeichenschule Johann Christian Ernst Müller (1766–1824). Ab 1805 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Gemeinsam mit Theodor Körner, dem Patensohn Anna Dorothea von Kurlands, kämpfte Welker als freiwilliger Lützower Jäger 1813-1815 in den Befreiungskriegen. Laut Emilie von Binzer zeichnete Welker auf Theodor Körners Totenbett dessen Profil. In jedem Fall fertigte Welker eine Radierung von Körners Grab in Wöbbelin.

Wilhelmine von Sagan, die älteste Tochter der Herzogin von Kurland, verpflichtete 1816 in Wien den Maler Ernst Welker als Erzieher und Zeichenlehrer für ihre damals 15-jährige Pflegetochter Emilie (von Binzer). Aus deren Besitz konnte das Museum Burg Posterstein 2014 eine außergewöhnliche Sammlung mit von Welker gefertigten Portraits Löbichaer Salongäste ankaufen.

Ausstellung zum Thema: Sehnsuchtsziel Italien – Der Maler Ernst Welker auf Reisen und im Salon der Herzogin von Kurland (2022)

Dichterkrönung im Salon der Herzogin von Kurland - Zeichnung von Ernst Welker - Sammlung Museum Burg Posterstein
Dichterkrönung im Salon der Herzogin von Kurland – Zeichnung von Ernst Welker – Sammlung Museum Burg Posterstein

2022 stellt das Museum Burg Posterstein den Maler Ernst Welker und seine Verbindung zum Salon der Herzogin von Kurland in den Mittelpunkt der Sonderschau “Sehnsuchtsziel Italien – Der Maler Ernst Welker auf Reisen und im Salon der Herzogin von Kurland”. Als Zeichenlehrer der Enkeltöchter der Herzogin von Kurland weilte er auch in deren Löbichauer Schloss. Dort portraitierte er die Salongäste als Fabelwesen. Welkers Reisen führten ihn durch Deutschland, Österreich und Italien. Seine Aquarelle und Zeichnungen lassen die Kulturgeschichte dieser Zeit aufleben. Zur Ausstellung erscheint die bisher umfangreichste Biografie des Malers.

Blick auf Rom - gemalt von Ernst Welker - Sammlung Museum Burg Posterstein
Postkarte zur Ausstellung 2022. Das Motiv zeigt den Blick auf den Petersdom in Rom, gemalt von Ernst Welker.

Information in Englisch:

The Lady behind the pseudonym „Ernst Ritter“


Weitere Informationen im Blog

Von Musen, Erinnerungen und einem Spargel – über die Schriftstellerin Emilie von Binzer

Die Dame, die unter dem Pseudonym „Ernst Ritter“ schrieb

Ein Geschenk mit italienischem Flair für unsere “Sammlung Kurland”

Junge Kreative beschäftigen sich mit der Postersteiner Sammlung Welker beim Kultur-Hackathon „Coding Da Vinci“ in Leipzig


Ernst Welkers Darstellung der Herzogin von Kurland als "treuer Pudel" (Sammlung Museum Burg Posterstein)
Ernst Welkers Darstellung der Herzogin von Kurland als “treuer Pudel” (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Die Sammlung Welker

Im Jahr 2014 konnte das Museum Burg Posterstein über eine Landesförderung und mit Unterstützung der Bürgerstiftung Altenburger Land eine einmalige Sammlung von Portraitzeichnungen der 1819/1820 in Löbichau anwesenden Gäste ankaufen. Die Sammlung stammt aus dem Besitz von Emilie von Binzer (1801-1891). Die 47 aquarellierten Zeichnungen fertigte bis auf eine der Maler Ernst Welker (1784/88–1857) an. Die portraitierten Löbichauer Gäste gehören alle zu engen Umfeld der Herzogin von Kurland. Die historischen Persönlichkeiten treten als Fabelwesen auf, deren Kopf Welker durch ein Portrait der entsprechenden Person ersetzte. Publikationen. Zur Sammlung

Buch zur Sammlung Welker im Museum Burg Posterstein

Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien. Gäste im Salon der Herzogin von Kurland im Porträt des Malers Ernst Welker
Museum Burg Posterstein, 2015 (120 Seiten, farbig,
ISBN 978-3-86104-094-1, 15,00 Euro)

Erhältlich im Museum, auch per Post.
Bestellung via (034496) 22595 oder 
museum@burg-posterstein.de.

Diese Sammlung gibt es digital unter:
Museen Thüringen
Deutsche Digitale Bibliothek
Wikimedia Commons
Europeana

Screenshot MDR Kultur Verborgene Museumsschätze
Screenshot MDR Kultur Verborgene Museumsschätze

Einen Einblick in die Welker-Sammlung des Museums gibt es im Film “Verborgene Museumsschätze: Historische Karikaturen auf Burg Posterstein des Mitteldeutschen Rundfunks


“Mad. Körner”, Theodor Körners Mutter, stellte Ernst Welker als heilendes Kraut Ysop dar – Robin Kocaurek,Leander und Mathilda Seige nutzten die unter CC-BY-SA freigegebene Sammlung Welker beim Kultur-Hackathon Coding da Vinci als Vorlagen für dekorative Handyhüllen

Ernst Welkers Zeichnungen als Handy-Cover

2018 nahm das Museum Burg Posterstein mit seiner Sammlung Welker am Kultur-Hackathon Coding da Vinci Ost in Leipzig teil. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Kreative und Programmierer dazu eingeladen, sich kreativ mit digitalisierten Sammlungen zu beschäftigen. In unserem Fall resultierte das darin, dass man sich mit Hilfe der Web-App Cover Boutique problemlos ein Welker-Cover-Bild für seine transparente Smartphone-Hülle designen und ausdrucken kann.