#humboldt4 : Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836-1905)


Datum + Uhrzeit:
01.09.2019 - 17.11.2019, ganztags / all day

Ort: Sonderausstellung - Museum Burg Posterstein

2019 jährt sich Alexander von Humboldts Geburtstag zum zweihundertfünfzigsten Mal.

Die Museen des Altenburger Landes – Lindenau-Museum, Residenzschloss, Naturkundemuseum Mauritianum, Museum Burg Posterstein – werden unter dem Titel: #humboldt4 in einer gemeinsamen Ausstellungsreihe das Leben Alexander von Humboldts und sein Wirken auf die Region in den Blick nehmen.

Tierleben am mittleren Orinoco, Chromolithografie nach Anton Goering, Sammlung Museum Burg Posterstein

„Wem Gott will eine Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“ London, 1866

Das Museum Burg Posterstein erinnert an Anton Goering (Göring), dem als Handwerkersohn aus Schönhaide im heutigen Altenburger Land eine Karriere als Forschungsreisender, Zeichner und Tierpräparator gelang. Den zwanzig Kilometer langen Fußweg nach Altenburg nahm er in Kauf, um sich in der Kunstschule Bernhard von Lindenaus erste künstlerische Fertigkeiten anzueignen. Schon als Vierzehnjähriger war er Mitglied des „Ornithologischen Vereins des Pleißengrundes“ in Crimmitschau. Naturwissenschaftliche Anregungen bekam er im Zoologischen Museum der Universität Halle bei Dr. Hermann Burmeister sowie auch von Christian Ludwig Brehm und dessen Sohn Alfred Brehm und den Mitgliedern der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes.

Anton Goering studierte zwischen 1860 und 1864 Zeichnen und Malen bei Hermann Knaur in Leipzig und bei Joseph Wolf in London. Für Auslandsaufenthalte erhielt er aus Altenburg das „LINDENAU-ZACHsche-Reisestipendium“.

Auf den Spuren Humboldts betrieb er auf zwei Forschungsreisen (ab 1856 und ab 1866)  in Südamerika botanische und geografische Studien. Zunächst als Begleiter des bekannten Naturwissenschaftlers Hermann Burmeister, später im Auftrag der Zoological Society of London sammelte und präparierte er seltene Tiere und hielt seine Eindrücke in Landschaftsaquarellen fest.  Mit seiner Arbeit leistete Anton Goering einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Venezuelas. Unter anderem entdeckte er die bis dahin unbekannten Höhlen bei Caripe. Seine Reiseeindrücke veröffentlichte er 1893 in Leipzig unter dem Titel: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.

Goering, Anton: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela, Leipzig 1893, Bibliothek Museum Burg Posterstein

Seit 1874 arbeitete er als Tier- und Landschaftsmaler in Leipzig. Zusammen mit anderen Zeichnern lieferte er die Illustrationen zu „Brehms Tierleben“. Mit den Altenburger Naturforschern blieb er lebenslang in Kontakt. Für seine Verdienste verlieh ihm Herzog  Ernst I. von Sachsen-Altenburg den Professorentitel.

Die Ausstellung verfolgt Goerings Entwicklung und Lebensweg vom Altenburger Land bis nach Südamerika. Seine Reisewege leben an Hand seiner Tagebücher und Holzschnitte, Leihgaben des Leibnitz Instituts für Länderkunde in Leipzig, wieder auf. Von Anton Goering präparierte exotische Tiere vermitteln ein Bild der damaligen Forschungsreisen auf den Spuren Alexander von Humboldts.

Illustration Anton Görings aus dem Buch "Venezuela"

Illustration Anton Goering

aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert, Bilder von Anton Goering, Asociacion Cultura Humboldt, Caracas 1969, Bibliothek Museum Burg Posterstein

Begleitprogramm:

  1. September, 15 Uhr

Ausstellungseröffnung und Salonnachmittag „Den schickt er in die weite Welt“

Ausstellungseröffnung und Salonnachmittag zur Ausstellung #humboldt4 : Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (Göring, 1836–1905) mit Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch von 1856

  1. und 29. September, 15 Uhr

Führung „Der Wunsch, das durch A. v. Humboldt zu classischem Ruhme erhobene Thal von Caripe und die nahe Guacharohöhle aus eigener Anschauung kennen zu lernen, sollte mir endlich erfüllt werden.“

Führung durch die Ausstellung #humboldt4 : Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (Göring, 1836–1905) mit Kuratorin Franziska Engemann

27. Oktober 2019, 15 Uhr
Salonnachmittag: Auf den Spuren Alexander von Humboldts

  1. November, 15 Uhr

Lesung „Wem Gott will eine Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“
Finissage zur Ausstellung Ausstellung #humboldt4 : Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (Göring, 1836–1905) mit Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch von 1856

Nächste Veranstaltung:

Die Kinderburg: Auf den Spuren von Rittern und Salondamen
am 01.10.2017 - 31.12.2019

Wie schwer ist ein Kettenhemd? Wie lebten Kinder im Mittelalter? Was durften Prinzessinnen um 1800? Erstmals zeigt das Museum Burg Posterstein eine Ausstellung für Kinder und Familien.

Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland
am 24.02.2019 - 12.05.2019

Als eine Art Kulturbotschafter sind sie in ihrer Freizeit in ihrer Region unterwegs und fotografieren, recherchieren Hintergründe und teilen ihre „Beute“ im sozialen Netzwerk Instagram. Sieben Instagramer nehmen uns mit an versteckte Orte in Mitteldeutschland und zeigen uns, warum diese Schlösser und Burgen eine Reise wert sind.

Der Fisch und das Osterfest – Osterferien auf Burg Posterstein
am 16.04.2019 - 28.04.2019

An Karfreitag gibt es traditionell Fisch. Aber warum eigentlich? In den Osterferien sucht ihr Fische in der Burg und erfahrt „Fischiges“ zu Osterbräuchen.

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